Montag, 3. September 2012

National Air and Space Museum

Da hier in Amerika ein langes Wochenende ist - Montag ist labour day und damit frei - habe ich mich am Wochenende mit Manuel, der ebenfalls aus Münster kommt, Rick, ein Südkoreaner, auf dessen Geburtstagsparty ich war, und Susann aus Bergen in Norwegen getroffen, um das National Air and Space Museum zu besuchen. Nachdem ich ausgiebig das wochenendliche Brunchen der Mensa genossen hatte, und mit einem total überfüllten Bus zu spät zum Treffpunkt kam, sind wir zusammen mit der Metro zur National Mall gefahren. Von der hatte ich bereits im vorherigen Post so einige Monumente beschrieben. Dieses Mal waren wir jedoch auf dem Teil zwischen Capitol und Washington Monument, da dort die ganzen Museen liegen. So ähnlich wie die Museums-Insel in Berlin.

Nach der für Amerika obligatorischen Taschenkontrolle standen wir dann auch schon in einem Meer von Flugzeugen und Raketen und allem Anderen, was man benötigt, um irgendwie die Erdanziehungskraft zu überwinden.

v.l.n.r.: Susann, ich, Manuel
Zu erst waren wir ein wenig überwältigt, von der schieren Menge an Exponaten, weshalb wir uns dann kurzer Hand entschieden, einfach im Uhrzeigersinn alles abzuklappern. Gute vier Stunden später würden wir dann auch damit fertig sein -das hatte uns nur niemand im Voraus gesagt.

Neben einer Ausstellung, die ähnlich der U.S.S. Intrepid im Hafen von New York ist, und vor allem Flugzeugträger und den Flugzeugträgerkrieg im Pazifik thematisiert sind wir anschließend in die Räume gegangen, die sich mit der Erkundung des Weltalls und Raumfahrt im Allgemeinen beschäftigen.

Replikat der Mondlandefähre
Vor allem von den Apollo Missionen sind hier einige wirklich gute Exponate da. So sind zum Beispiel zahlreiche Raumanzüge der ersten Missionen ausgestellt oder auch eines der Raketentriebwerke, die in ungefähr 2,5 Minuten 2.000.000l flüssigen Wasserstoff verbrennen und so circa 1.000.000 PS entwickeln. Auch eine der Mondlandefähren war als Replikat ausgestellt. Aufgrund der hohen Detailtreue konnte man jedoch nur an der Beschriftung auf der Tafel erkennen, dass es sich um ein Replikat handelt. So ist die Raumfähre zum Beispiel mit schwarz-gefärbten Titan legiert, was die Temperatur in der Raumfähre stabil halten soll. Das Besondere: Die Legierung ist 0,00238 mm dickt - und zwar beim Original, so wie beim Replikat!

Ein wahrscheinlich gerade für die Amerikaner wichtiger Teil der Ausstellung hat sich außerdem mit dem Wettrennen zwischen Cola und Pepsi befasst, welches Getränk mit an Bord der Missionen darf. Aufgrund der Schwerelosigkeit, der die Astronauten ausgesetzt waren, beklagten sich viele von ihnen, dass die Getränke verwässert schmeckten, da sich leider die Zutaten ohne Schwerkraft nicht richtig vermischen wollten. Ein weiteres Problem war, dass die Getränke dazu neigten zu schäumen und so quasi untrinkbar wurden. Eben ein echtes First-World-Problem.

Mein eigenes ISS-Modul
Ein ebenfalls ziemlich interessanter Teil der Ausstellung hat sich mit der ISS beschäftigt. So konnte man dort beispielsweise die Module interaktiv nachbauen und so lernen, welche Teile benötigt werden, um eine Raumstation voll funktionstüchtig zu bekommen. Wem das zu langweilig war, der konnte ein bisschen Mission Control spielen. Auf einem Bildschirm wurde eine Mission nachgespielt, und man musste von den einzelnen Abteilungen Rat einholen und danach entscheiden, ob die Mission ausgeführt werden soll, oder nicht. So musste ich beispielsweise herausfinden, ob man mit einem Roboterarm einen Satelliten einfangen soll, oder mit einem Weltraumspaziergang. Der Trade-Off war die Zeitersparnis beim Roboterarm gegen das Risiko, dass wenn der Roboterarm den Satelliten nicht greift, letzterer anfängt zu rotieren, so dass der nicht mehr durch einen Weltraumspaziergang eingefangen werden kann.
Mission Control

Nachdem wir unseren Museums-Trip dann nach mehreren Stunden beendet hatten, sind wir noch zur Union-Station gefahren und haben uns in der Fressmeile, die sich unterhalb des Bahnhofs befindet in einem Diner's ordentlich den Magen voll geschlagen. Ich hatte beispielsweise einen smoked-bacon Burger mit ordentlich Zwiebeln und lecker Barbecue-Sauce. Totally worth it! So, das war es dann auch erstmal wieder von mir. Viele Grüße aus der Mission Control, beziehungsweise aus Washington - je nachdem, was euch lieber ist.



Kommentare:

  1. Hallo Anta,
    ich hoffe, du musstest deinem Koreaner nach dem Genuss des Zwiebelburgers nicht wieder irgendwelche Gerüche erklären? :-)
    LG

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  2. Hi Anta,

    ja ja, da möchte ich auch hin ( Museum oder Burger?). Sollen wir dich in den Herbstferien besuchen?

    Ullerich

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